
This article is protected by German copyright law. You may copy and distribute this article for your personal use only. Other use is only allowed with written permission by the copyright holder.
tm
91Technisches M essen 74 (2007) 3 K.-D. Sommer, F. Puente Le´on: Informationsfusion in der Mess- und Sensortechnik
Der Beitrag von Linzmeier, Bär und Mekhaiel beschreibt mit der Fusion von Radar- und Thermopi-
lesensoren zur Fußgängerdetektion an Kraftfahrzeugen ein zukunftsträchtiges und wichtiges Beispiel
zur Anwendung der Dempster-Shafer-Evidenztheorie, die oftmals als eine Erweiterung der Bayes-
Theorie betrachtet wird. Neben dem Grad des Dafürhaltens verwendet die Dempster-Shafer-Theorie
als zweites Maß die Plausibilität und bietet damit prinzipiell die Möglichkeit, Ungewissheit detail-
lierter auszudrücken. Im beschriebenen Beispiel erfolgt eine anschaulich erläuterte vektorbasierte
Implementierung der Dempster-Kombinationsregel. Die Leistungsfähigkeit des Verfahrens wird
anhand umfangreicher Mess- und Versuchsdaten nachgewiesen.
Mit einem Überblicksbeitrag zur Fusion von Bildsignalen beschreiben Heizmann und Puente Le´on
eines der Ursprungs- und derzeitigen Hauptanwendungsfelder der Informationsfusion. Die Zielset-
zung besteht darin, anhand von Bildserien mehr Information zur Repräsentation von Bildinhalten oder
-charakteristika zu gewinnen. Im Beitrag werden Bildsensoren hinsichtlich ihrer fusionsrelevanten
Eigenschaften kategorisiert sowie mögliche Abstraktionsebenen zur Verknüpfung von Bildern und
eine allgemeine Fusionsmethodik für Bildsignale dargestellt.
Die multisensorielleErkundungvonRoboterarbeitsräumen ist das Thema des Beitrages von Suppa und
Hirzinger. Zur Umgebungserfassung werden verschiedene optische Sensoren wie Lichtschnittsenso-
ren, Laserscanner oder Stereokameras verwendet, die in einen sog. multisensoriellen 3D-Modellierer
integriert wurden. Als Maß für die Kenntnis über den zu erkundenden Raum wird die Informations-
entropie verwendet; die einzelnen zur Information beitragenden Ereignisse werden probabilistisch
beschrieben. Schwerpunkte sind die Synchronisation und Modellbildung für die 3D-Sensorik. Wei-
tere Kernpunkte bilden die Algorithmen zur Planung der Sensorlagen unter Berücksichtigung von
Messrauschen und optischen Verdeckungen.
Verteilte statische und dynamische Systeme und damit geeignete mathematische, modellbasierte
Beschreibungen verteilter physikalischer Phänomene gewinnen immer mehr an Bedeutung – damit
befasst sich der Beitrag von Brunn, Sawo und Hanebeck. Durch partielle Differentialgleichungen für
einen unendlich-dimensionalen Zustandsraum beschriebene Systeme werden in eine konzentriert-
parametrische Form überführt. Das erlaubt, das gesamte System aus wenigen zeit-, orts- und
wertediskreten Messungen über sog. Systemzustände mittels Anwendung klassischer Schätzverfahren
zu rekonstruieren. Die modellbasierte Beschreibung gestattet eine systematische Behandlung aller
Unsicherheitsbeiträge einschließlich der Modellunsicherheit. Weitere Schwerpunkte sind die Vorstel-
lung einer Methode zur Sensoreinsatzplanung, mit der eine optimale Sequenz von Messparametern
bestimmt werden kann, sowie die Diskussion der Probleme bei der Behandlung nichtlinearer Systeme.
Der Beitrag von Mitrovics, Röck und Weimar beschreibt ein Multisensorsystem aus beschichteten
Metalloxid- und Schwingquarzsensoren zur Gas- und Geruchsanalytik, sog. elektronische Nasen.
Als Methodiken für die Fusion der verschiedenen Sensorsignale werden die Mustererkennung und die
regressiveMultikomponentenanalyse,speziell die Hauptkomponentenanalyse,eingesetzt. Ergänzende
Punkte sind die Probennahme und die Merkmalsextraktion.Leistungsfähigkeit und derzeitige Grenzen
elektronischer Nasen werden anhand mehrerer Beispiele demonstriert.
Comments to this Manuals